Newsletter für Männer

Viele Männer wissen mehr über ihre Autos als über ihre Körper. Zwar stehen Fitness Training und Körperpflege bei immer mehr Männern deutlicher im Vordergrund: Aber wenn es um Männer-Vorsorge geht, gilt das alte Prinzip „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“. Lieber die Sorgen verdrängen, als zur Vorsorge gehen.

Ich halte das für Unsinn. Statistisch gesehen werden wir Männer weniger alt als Frauen. Jährlich erkranken 130.000 Männer hierzulande an einem Herzinfarkt und 200.000 Männer an Krebs. Da nur jeder fünfte Mann ab 45 zur Krebsvorsorge geht, kann man sich zumindest fragen, ob diese Zahlen niedriger wären, wenn mehr Männer zur Vorsorge gingen.

Ich selbst nutze die Vorsorge – dazu ist sie ja da. Wenn der Körper fit bleiben und top aussehen soll, muss man sich um ihn kümmern. Ab 35 gibt es den Check zu Hautkrebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ab 45 gibt es dasselbe für Prostata-Krebs und ab 50 für Darmkrebs. Mir ist schon aufgefallen, dass sich alte Männer im Krankenhaus vor allem über ihre Krankheiten unterhalten.

Das möchte ich, wenn ich einmal alt bin, möglichst nicht. Aber wenn ich das vermeiden will, erscheint es mir logisch, dass ich zur Vorsorge gehe. Leider haben wir Männer auch das Talent, gewisse Sachen einfach auszublenden. Der Körper hat zu funktionieren, wat mutt, dat mutt und irgendwie wird es weitergehen. Aber wenn das Weitergehen immer schmerzhafter wird?

Um eben das zu vermeiden ist die Vorsorge da. Bestimmt werde auch ich nie jubeln, wenn ich zur Vorsorge gehe. Aber noch viel weniger dürfte ich mich freuen, wenn mir der Arzt mit 60 sagen sollte: Krebs – da ist nicht mehr viel zu machen. Und woher soll ich wissen, ob ich nicht doch Krebs bekommen könnte?

Vorsorge kann mir Sicherheit geben. Aber dafür muss ich meine Angst vor der Vorsorge überwinden. Schon kurios, dass wir Männer große Gefahren und Herausforderungen in Beruf oder auch im Alltag auf uns nehmen können und dann vor Ärzten kneifen. Vielleicht, weil uns das an unsere eigene Sterblichkeit erinnert? Kann sein.

Jedenfalls ist zur Vorsorge zu gehen intelligenter, als nicht zur Vorsorge zu gehen. Und damit ist alles gesagt.